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05.11.2011 Alexa

Was hat denn die METRO mit Kunst zu tun? ODER: Noch weniger Raum für Inspiration

Eben noch wollten wir den erst 2006 vom METRO-Konzern eröffneten Skulpturen-Park an der Metro-Straße loben. Leider müssen wir nun darauf verzichten: Ist doch der Kunst-Park um die Hälfte geschrumpft und einige seiner Werke wurden nun auf das Metro-Gelände verteilt. So zum Beispiel Herbert Kollers „Pavillon zum Betrachten der Sterne bei Tag“ (1992). Immerhin das Kunstwerk des emsigen Künstlers Martin Pfeifle, „Theo“ (2005) steht neben ein paar anderen (noch?) weiter am angestammten Platz. Oveis Saheb dagegen wäre sicher traurig, wenn er sehen würde, wie lieblos mit seinen „Mondsteinen“ (1988) umgegangen wird: Ungeordnet liegen sie neben einem Bauzaun.

Andrea Gruschkas „Ahornflieger“ (1982) stehen nun - allerdings aus konservatorischen Gründen - in dem wettergeschützten Atrium des METRO-Hauptverwaltungsgebäudes. Die Skulptur besteht aus zwei überdimensionalen und dennoch grazil wirkenden Ahornfrüchten, die angeordnet sind wie zwei Schwerter im Kampf. Im Kontext wirkt die Skulptur wie ein Symbol für Konkurrenz und ökonomische Härte.

Der Skulpturen-Park wurde zwar zugunsten eines weiteren Firmenkindergartens verkleinert, was ja wiederum auch nicht ganz schlecht ist. Aber hätte man hierfür nicht ein anderes Grundstück wählen können? Dann wäre der Skulpturen-Park erhalten geblieben und der Konzern hätte beispielhaft seinen Kultur- und Inspirationsraum vergrößert. Zumal der Park bislang im Sommer von den Mitarbeitern gern als Pausenort genutzt wurde.

Der Skulpturen-Park gründete übrigens nicht in einer Kunstbegeisterung des Konzerns selbst. Er geht vielmehr zurück auf die Stiftung "Skulpturenpark am Seestern" der ehemaligen Horten AG, die die METRO 1993 übernahm. Die METRO-Stiftung Skulpturenpark hat zwar das erklärte Ziel, regelmäßig Stipendien an Künstler zu vergeben. Die hieraus hervorgehenden Arbeiten sollen den Park erweitern. Dennoch ist der Park innerhalb der letzten Jahre augenscheinlich nicht gewachsen.

Spiegelt sich hierin die inländische Entwicklung des Konzerns? Ist ein Budget für Kunst nur da, wenn das profane Geschäft wächst? Und, möchte man fragen, warum wirkt sich der Boom des Auslandsgeschäftes hier nicht positiv aus? Wäre das nicht eine schöne Gelegenheit, der Stadt Düsseldorf dankend etwas zurückzugeben? Ist der Umgang der METRO mit der Kunst womöglich ein Symbol dafür, wie sie ihren Mitarbeitern begegnet?

Zugegeben, eine ketzerische Frage angesichts der Tatsache, dass der Konzern gerade dabei ist, hiesige Abteilungen aufzulösen, um Teile der Verwaltung nach Indien zu verlagern…

Think global, destroy local?

Wer die genannten Werke oder solche von Jun Suzuki, Michael Westendorff, Karl Manfred Rennertz, Johannes Brus, Sandro Antal oder Michel Kramer u. a. sehen möchte, dem sei ein Ausflug zum Metro-Gelände dennoch empfohlen.

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